generiert von Sloganizer
Posts mit dem Label Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 29. Mai 2010

Neue Erkenntnisse

Vergangene Woche war ich wieder auf einem Cash-Flow Abend. Der Tag begann schon hektisch, so dass ich mir morgens keine Zeit nahm, zu meditieren. Im Büro folgte ein Thema nach dem anderen und als ich mich dann am Abend von der Arbeit loseiste, musste ich auch noch Besorgungen machen, bevor ich mich mit Freunden zum Spielen treffen konnte. Doch ich hatte Lust auf das Spiel und wollte unbedingt hin.

Als ich am verabredeten Ort ankam, war ich so überdreht , dass ich meine Erschöpfung nicht mehr wahrnahm. Die Gruppe war dieses Mal sehr klein -wir waren nur zu dritt -, was das Spiel ungemein beschleunigte. Ich hatte mich anfangs nicht ausreichend konzentriert, war langsam in meiner Spielführung und mein Simultanfaktor war nahezu bei Null.

Ich agierte im Spiel aus blindem Aktionismus und verpasste dabei einige Chancen. Mir wurde an diesem Abend bewusst, wie vielschichtig dieses Spiel im Grunde ist. Man muss ständig präsent sein und in seiner Mitte bleiben. Auf meiner Heimfahrt kam mir dann der taoistische Spruch in den Sinn: " Sei furchtlos, entschlossen und gefestigt in deinem Auftreten! ". An diesem Abend war ich ganz weit weg davon. Ich ließ mich vom Geschehen treiben und statt zu agieren, reagierte ich nur noch.

" Tun ohne zu tun und alles wird getan! " Ein weiser Spruch aus dem Taoismus.


Den Dingen seinen Lauf zu lassen und Entscheidungen aus dem Hier und Jetzt zu treffen, ist mir in der vergangenen Woche sehr schwer gefallen. Ich habe mich von den äußeren Dingen bestimmen lassen, habe nur noch funktioniert. Es gab kein zielgerichtetes Agieren, was mir letztendlich meine Energie unnötig raubte. Genau das hat sich auch in meinem Spiel widergespiegelt! Auf das reine Spiel bezogen, war der Abend zwar kein großer Erfolg für mich, aber dafür Erkenntnisreich. Mir wurde bewusst regelmäßiges meditieren ist wieder angesagt, um meinen Fokus zu halten.
Und meine Affirmation für die nächste Woche lautet:


" Ich ruhe in mir,
Ich bin gefestigt und entschlossen,
Ich lasse die Dinge geschehen! "


Om tare tu tare ture soha!

Sonntag, 7. Februar 2010

ELENA und die schöne neue Welt

Mit meiner letzten Gehaltsabrechnung erhielt ich ein kleines Informationsschreiben bezüglich ELENA. ELENA (Elektronischer Entgelt Nachweis) kam auf leisen Sohlen, kaum einer hat es bemerkt.

Beim Lesen der Information kam mir schon der Gedanke nach Aldous Huxleys schöne neue Welt. Wir werden zunehmend digitalisiert und standardisiert . Begonnen hat es schon vor Jahren mit Marktforschung und Volkszählung. Da haben wir uns ja noch tierisch aufgeregt. Was gab es da für einen Aufschrei über die Volkszählung! Heute in 2010 regt sich keiner mehr auf, verzichtet doch kaum einer auf seine Kreditkarte. Die Kreditkartenbanken durchforsten unser Kaufverhalten anhand unserer Belege. Mittlerweile machen uns auch Webcams an strategischen Stellen, Handys, die unseren Weg begleiten und speichern und zu guter Letzt unsere Surftripps durchs WorldWide Web zunehmend gläsern. Und jetzt kommt ELENA. Freundlich unterstützt es unsere Bequemlichkeit.

2002 von der Bundesregierung mit der berüchtigten Hartz-Kommission ins Leben gerufen, sollte jeder eine eigene Job Card erhalten. Die Einführung kam stufenweise. Zuerst nur für Bescheinigungen für Arbeitslosengeld, Wohn-und Elterngeld. Jetzt sind alle sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Beamte dran. Damit auch alle in den Genuss von ELENA kommen, besteht nicht nur eine Teilnahmepflicht, sondern auch eine Finanzierungspflicht. In 2009 wurde das Verfahren vom Bundesrat verabschiedet. Meine Arbeitnehmerdaten werden nun an zentraler Stelle abgelegt.

Der Arbeitgeber erstellt jeden Monat mit der Gehaltszahlung einen weiteren Datensatz, der nicht nur Name, Geburtsdatum und Versicherungsnummer enthält, sondern auch Fehlzeiten und Abmahnungen. Dabei soll mich beruhigen, dass nur jene Stellen meine Daten abrufen dürfen, die in dem Verfahren integriert sind. Arbeitgeber und Finanzbehörden sowie die Staatsanwaltschaft sind ausgeschlossen. Ich frage mich, wie lange? Freigesetzt vom Arbeitgeber, weiß die Agentur für Arbeit ganz genau was wir zuletzt verdient haben. Apropos, haben wir das verdient? Was wird wohl als nächstes kommen?

Irgendwann in der Zukunft benötigen wir keinen Gehaltszettel mehr, wenn wir unsere neue Küche finanzieren wollen oder einen neuen Kredit bei der Bank, beantragen wollen. Die Gesundheitskarte und der digitale Personalausweis sind lediglich Wegbereiter für das virtuelle Bürgerhaus. Und diese schöne neue Welt dürfen wir mit unseren Steuern und den zusätzlichen Gebühren finanzieren. Zum 01.11.2010 kommt dann der elektronische Perso im Scheckkartenformat mit Fingerabdruck. Dann kommt noch der ePass. Dann können wir uns im Internet jederzeit elektronisch ausweisen.

Und keiner schreit auf, keiner demonstriert! Welch schöne neue Welt, langsam wird es mir mulmig.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Gedanken zum Minarettverbot in der Schweiz

Der Volksentscheid der Schweizer zum Bau von Minaretten in der Schweiz erregt die Gemüter. Ich mache mir auch Gedanken und zwar über mich selbst. Denn ich frage mich, ob ich gegen Muslime Vorurteile habe.

Ich schätze die Weisheit der Sufis und die der islamischen Mystik. Doch die Auslegungen des Koran mancher Imame machen mir Sorge. Auch meine persönlichen Erfahrungen mit Muslimen sind zwiespältig. Ich habe so manchen weltoffenen Muslimen getroffen, mit dem ich rege Diskussionen geführt habe – bis heute. Aber ich traf auch Muslimen, die jedes Klischee bedienten, die gerade im Umlauf sind. Leider sind diese Begegnungen in meinem persönlichen Umfeld gerade die Mehrheit. Dennoch bin ich der Meinung, jeder soll nach seinen Glauben leben können. Doch ich möchte in meiner Heimat keinen Muezzin hören.

Nach den Reaktionen der Türkei auf das Ergebnis frage ich mich, wie es die muslimisch Welt mit der christlichen Kirche hält. Und meine Suche bringt Ergebnisse, die mich teils erstaunen, teils schockieren.

Die Türken empören sich und werfen den Schweizern Rassismus und Faschismus vor. Offiziell herrscht in der Türkei Religionsfreiheit, doch Kirchenbau ist in der Türkei ein Staatsmonopol. Kirchen können renoviert werden, wobei sie dann zu Museen erklärt werden und dann kein Kreuz tragen dürfen. Christen können sich in Vereinen organisieren. Bibeln und christliche Traktate dürfen jedoch nicht verteilt werden, christliche Straßenfeste und Prozessionen sind verboten. Kirchen dürfen in der Türkei gebaut, aber Kirchtürme sind dabei nicht vorgesehen.

Saudi-Arabien versteht sich als Heimat des Islam. Dort sind das Tragen von Kruzifixe, das Lesen der Bibel sowie christliche Gottesdienste verboten. Eine Konversion zum Christentum wird mit dem Tod bedroht. Saudi Arabien betrachtet den Koran als ihre Verfassung und die Scharia als ihr Gesetzbuch.. Das ist ihr gutes Recht. Doch dann sollen sie die Entscheidung der Schweizer ebenfalls respektieren.

In Ägypten werden christliche Kopten benachteiligt, obwohl es formal Religionsfreiheit gibt. Auch hier ist die Scharia Grundlage der Rechtsprechung. Die Spannungen zwischen den Kopten und Muslimen nehmen zu. Kirchen dürfen nur mit Dekret des ägyptischen Präsidenten gebaut werden. Bislang beschränkt sich der Streit jedoch darauf, ob die Kirchenglocken lauter sein dürfen als der Ruf des Muezzins. Auch sie sehen das Minarettverbot als eine Beleidigung aller Muslime an.

In Indonesien sieht es ähnlich aus, wo Christen und Buddhisten zunehmend bedrängt werden. Zwar steht die Religionsfreiheit auf dem Papier, doch der Islamisierung wird nichts entgegengesetzt. Baugenehmigungen von Kirchen sind nahezu unmöglich.

In Marokko ist die christliche Kirche anerkannt und die Religionsfreiheit garantiert. Aber das Läuten von Kirchenglocken ist verboten. Jedoch hat seit 2001 mit dem Irak-Krieg die Missionierung durch amerikanische Missionare zugenommen.

Die Entscheidung der Schweizer spiegelt die Angst vor dem islamischen Fundamentalismus wider. Nach dem 11. September 2001 hat das Bild des Islam Schaden genommen. Das kann und will die islamische Welt nicht verstehen. Die intolerante Auslegung des Koran und der Scharia setzt dem Islam eine Fratze auf, die er nicht verdient hat.

Mir macht das Säbelrasseln und Kampfgeschrei der islamischen Fundamentalisten Sorge. Solange die islamische Welt der Gewalt seiner fundamentalistischen Muslime nichts entgegensetzt und solange sie nicht toleranter gegenüber anderen Religionen agiert, wird auch die westliche Welt nicht einen Schritt weiter in Richtung Integration gehen.


Nimmt man nämlich den Religionen alles Beiwerk und alle Rituale fort bleibt die Essenz. Und die Essenz aller Religionen ist immer das eine: Liebe.

Montag, 30. November 2009

Erster Schleier: Wer und Was bin ich?

Das Hörbuch "Die 7 Schleier vor der Wahrheit" hab ich fertig gehört, um es wieder von vorne anzufangen, doch dieses Mal ganz langsam. Das was ich da gehört habe, ist mir einerseits so vertraut und andererseits kommt mir das eine oder andere so weit entfernt vor.

Dieses Mal werde ich die eine oder andere Frage in meine tägliche Meditation einfließen lassen. Der Anfang macht die Frage: "Wer oder Was bin ich?"

Die Frage wirft mich frontal auf mich selbst zurück. Der innere Beobachter stellt sich ein und ich spüre ein Etwas, das durch ein paar Augen schaut. Ich spüre meinen Körper sehr intensiv, Gedanken tauchen auf und wieder ab. Gefühle kommen und gehen.
Das "Wer bin ich" kann nicht mit Worten erfasst werden. Es mit Worten beschreiben zu wollen, gelingt nicht, denn Worte sind unzulänglich.

Das Beste was mir zu dieser Frage einfällt ist "BewußtSein". Ich bin mir meines Körpers, meines Denkens und Fühlens bewusst. Mein ganzes Dasein erscheint mir wie ein gigantisches Wunder und dennoch fühle ich mich wie ein Sandkorn in der Wüste. Einzigartig und doch unter Gleichen im Strom des Lebens. Getrieben von meinen Gefühlen, Wünschen und Sehnsüchten. Nichts geschieht durch Zufall, alles hat seine Ursache und seinen Grund. Diese Wahrheit kann besonders schmerzlich sein, denn oft rufen wir bei Schicksalschlägen nach dem Warum.

Ich bin eine Frau, die frei durch das Leben geht. Mit Konventionen bricht und sich dabei nicht immer sicher fühlt. Einsamkeit ist manchmal gewünscht und manchmal eine Last. Das Alleinesein macht ihr zuweilen Angst und stellt ihr Vertrauen in das Leben an sich auf eine harte Probe. Dann begleitet sie wieder die Gewissheit, dass sie nie alleine sein wird. Dann spürt sie ihr Eins sein mit dem All.

Montag, 9. November 2009

Kindheitserinnerung

Als ich heute abend nach Hause fuhr, bin ich an einer Gruppe von Eltern mit Kindern vorbeigefahren, die leuchtende Laternen trugen.

Vor meinem geistigen Auge sah ich dann ein kleines Mädchen, das zusammen mit ihrer Mutter und einer riesigen Mondlaterne durch eine dunkle Strasse spazierenging. Jedes Jahr freute sich das kleine Mädchen darauf, denn dann konnte sie für einen Moment ihre Mutter ganz für sich alleine haben und ihr erzählen was sie sich vom Christkind wünscht. "Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne...." singend gingen die beiden durch die Gassen spazieren. Auf die riesige Laterne, mit dem Mond auf der einen und der Sonne auf der anderen Seite, war das Mädchen mächtig stolz. Mama und sie gingen singend durch die sternenklaren Nacht. "Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Dort oben leuchten die Sterne und unten da leuchten wir...."

Und plötzlich war es passiert, die schöne Laterne fing Feuer. Schnell löschte die Mutter das Feuer. Zwar rettete sie einen großen Teil der Laterne, aber für das Mädchen brach in diesem Moment ihre kleine Welt zusammen. Im nächsten Jahr gab es eine neue Laterne, aber es war nicht mehr dieselbe und erst viele viele Jahre später fand sie eine Laterne, die der ihren verblüffend ähnelte. Doch da war für das Mädchen, das jetzt eine junge Frau war, die Zeit des Laternelaufens zu Sankt Martin längst vorbei.

Noch heute freue ich mich darüber, daß der Brauch weiterlebt und ich freue mich für jedes kleine Kind, das abends mit seinen Eltern durch die dunklen Strassen geht, voller Seligkeit "Laterne, Laterne ..." singt und seiner Mutter oder seinem Vater erzählt was es sich vom Christkind wünscht.


Sankt-Martin-Laterne-2

Freitag, 23. Oktober 2009

Freitagsfrust

Wieder ist eine Woche rum, voller Stress, jede Menge Arbeit und jede Menge Termine, aber auch mit Erfolgen. Dennoch will sich keine Freude einstellen. Irgendwie fühle ich mich momentan vom Leben verraten.

Das ewige Auf und Ab geht mir auf den Zeiger. Ich engagiere mich und reiss mir den Allerwertesten auf, doch ich hab das Gefühl auf der Strecke zu bleiben. 3 Schritte vor und 2 zurück. Ich weiß ja, ein chinesisches Sprichwort sagt: "Fürchte dich nicht vor dem langsam Gehen, sondern vor dem Stehenbleiben." Hilft mir aber nicht weiter!

Von außen betrachtet, habe ich alles was ich brauche, eine Wohnung, ein Auto, Computer, Fernseher, Telefon, einen Job und drei Mahlzeiten am Tag, doch mein Alltag fühlt sich momentan grau in grau an. Die kleinen Fluchten bezahle ich teuer. Menschen um mich herum brauchen dringend Hilfe und das was ich geben kann ist unzureichend. Alles was deine Lieben und dich weiterbringen könnte, kostet Geld, das ich nicht habe. Jene, die ihr Leben lang gearbeitet und für andere da waren, bekommen im Alter nicht mal das Notwendigste, während die Banker schon wieder ihre "Messer wetzen", um ihren nächsten Boni pokern und dabei über Leichen gehen.

Wo sind sie geblieben die Feen, die Engel und all die guten Geistern? *seufz*


Mittwoch, 16. September 2009

Bedingungsloses Grundeinkommen - eine Idee, deren Zeit gekommen ist?

Als ich zum aller ersten Mal von dieser Idee im Fernsehen hörte, war meine erste Reaktion: "Eine schöne Utopie, die ich höchstwahrscheinlich nicht erleben werde!" Ich hielt die ganze Idee für schön, aber nicht finanzierbar.

Dann las ich einen Blogbeitrag von Barbarella und kaufte mir danach ein Hörbuch von Götz W. Werner, Gründer und Chef der Drogeriemarkt-Kette dm und nicht nur Unternehmer, sondern auch Antroposoph, Träger des Bundesverdienstkreuzes und Vordenker.

Vorgestern hatte ich nun Gelegenheit ihn persönlich auf einem Vortrag über das Bedingungslose Grundeinkommen kennenzulernen. Wie bereits beim Hörbuch war ich begeistert über seinen Vortrag, der die Zuhörer zum Mitdenken und Nachdenken anregt.

Sehr klar hält er uns den Spiegel unseres Denkens vor und bringt uns dazu Arbeit und Einkommen einfach mal zu trennen. Wir Menschen haben uns langsam vom Selbstversorger zum Fremdversorger entwickelt. Während vor nicht all zu langer Zeit rund 60 % der Bevölkerung noch in der Landwirtschaft tätig war, ist es heute nur noch ein Bruchteil.

Heute ist es so, dass wir in allem was wir tun, jemanden bedienen. Gleichgültig was wir kaufen bzw. konsumieren, hinter jedem Produkt steckt eine mehr oder weniger lange Wertschöpfungskette, von der viele Menschen profitieren, sobald wir für das Produkt bezahlen. Die Globalisierung der Märkte übt einen massiven Druck auf die Preise aus und zwingt die Unternehmen zu immer mehr Effizienz. Noch nie wurden mit so wenig Aufwand so viele Produkte produziert. Zunehmende Automatisierung und die damit verbundenen Rationalisierungen steigern die Produktivität, während Dienstleistungen jeglicher Art im Vergleich dazu kaum noch bezahlbar sind. Die Verwaltung der Arbeitslosigkeit frisst jene Ressourcen, die für Bildung, Pflege und Kulturprojekte fehlen.

Die Politik erzählt uns immer noch das Märchen von der Vollbeschäftigung, doch im Hintergrund und an der Basis haben viele Politiker diese grundlegende Problematik bereits erkannt und diskutieren diese These offen. Und es ist die FDP, die das Bürgergeld einfordert, nicht in dem Maße wie es dieses Konzept vorsieht, doch es geht in etwa in die Richtung.

Es ist nicht leicht, sich von den Bildern der klassischen Ökonomie zu befreien und ergebnisneutral den Thesen von Götz W. Werner nachzugehen. Sein Bestreben ist es, die Gesellschaft so zu verändern, dass wir nicht mehr arbeiten müssen, sondern Arbeit als die persönliche Herausforderung zu persönlichem Wachstum sehen.

Wir leben heute in einer Überflussgesellschaft mit gesättigten Märkten. Die Wirtschaft setzt ihre Prioritäten auf stetiges Wachstum, Investitionen werden im Hinblick auf steuerlichen Vergünstigungen, Rentabilität und Share Holder Value getätigt. Der Mensch wird als Ressource betrachtet, die jederzeit austauschbar ist. Damit wir aber diese Produkte kaufen können, brauchen wir ein Einkommen. Wir sind immer noch davon überzeugt, dass wir für unsere Arbeit bezahlt werden, doch Götz W. Werner führte uns vor Augen, dass dies ein Trugschluss ist. Wir werden deswegen bezahlt, weil wir mit unserem Arbeitgeber einen Vertrag abgeschlossen haben! Und kennen wir das nicht alle? Die sogenannten Leistungsträger und die Einkommensempfänger. Kollegen, die sich aus dem inneren heraus motivieren können und andere, die ihre Arbeit lustlos tun, damit sie jeden Monat ein Gehalt auf ihr Konto bekommen. Fragt man dann diese demotivierten Mitarbeiter, kommt oft die Antwort, "Ich würde gerne was ganz anderes machen, aber ich kann nicht, ich brauch das Geld!"

Unsere Gesellschaft basiert heute auf dem Grundsatz " Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen." Ist das aber wirklich die Gesellschaft, die wir wollen? Paragraph 1 des Grundgesetzes lautet: "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Unsere Gründerväter haben sich etwas Wichtiges dabei gedacht, als sie diesen Satz ins Grundgesetzt schrieben. Nämlich die Gesellschaft, Wirtschaft und die Politik sollen den Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen. Heute ist es das "Goldene Kalb" Wirtschaftswachstum, um das wir tanzen. Koste es was es wolle und wider besseren Wissens. Dabei verdienen die wenigsten sehr viel und die Mehrheit bleibt auf der Strecke. Das Bedingungslose Grundeinkommen wäre die Basis für ein Leben in einer Gesellschaft, in der es um den Menschen geht.

In einer Gesellschaft mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würde sich gar nicht so viel verändern. Nicht die Arbeit würde dann besteuert werden, sondern der Konsum. Alle anderen Steuern und Subventionen würden entfallen. Damit wären für Dienstleistungen, Bildung und Kultur wieder Mittel frei. Denn hat man nur eine Konsumsteuer, braucht man auch keine Verwaltung, die Hartz IV-Empfänger, Steuersünder und Unternehmen menschenunwürdig kontrolliert und gängelt. Schwarzarbeit gäbe es dann nicht mehr, Unternehmen könnten frei ihre Visionen verfolgen.

Eines hat mich dabei doch sehr beeindruckt. Götz W. Werner hält so ziemlich gar nichts von Boni und Prämien, denn sie werfen seiner Meinung nach den Mitarbeiter auf sich selbst zurück. Der Mitarbeiter hat mit dem Versprechen von Boni dann nicht mehr das Wohl des Unternehmens im Fokus, sondern die Erreichung seiner definierten Ziele, um an seine Boni zu kommen. Ob im Laufe der Zeit diese Ziele zum Wohle des Unternehmens sind, wird nicht mehr betrachtet. Um das zu vermeiden setzen die Unternehmen auf kurzfristige Wachstumsziele. Doch das bringt ein Unternehmen auf Dauer nicht weiter. In diesem Klima können keine großen Innovationen entstehen. Denn hätte Gottlieb Daimler und Karl Benz einen Business Case für ihre Erfindungen gerechnet, würden wir heute immer noch mit Pferdekutschen herumfahren. Das Bedingungslose Grundeinkommen würde Boni und Prämien ad absurdum führen.

Bei der anschließenden Diskussion kam die klassische Frage, aber wer würde dann noch arbeiten wollen? Die Deutschen, ein Volk von Arbeitsscheuen, von Faulenzern? Er reagierte souverän mit einer Gegenfrage: "Was würden Sie denn tun, wenn für ihr Einkommen gesorgt wäre? Ein kleines Einkommen, mit dem Sie zwar sehr bescheiden, aber menschenwürdig leben könnten?" Der Fragesteller konnte dazu nichts mehr sagen. Ich persönlich würde vielleicht etwas anderes tun, aber ich würde immer etwas tun. Und ich bin davon überzeugt, alle Menschen würden etwas tun, denn der Mensch an sich, ist von seinem Wesen her kreativ. Und selbst die Arbeitsscheuen unter uns würden etwas tun, denn allein die Lust zum Konsum, bringt die Menschen dazu sich weiterhin zu betätigen.

Nach diesem Vortrag bin ich davon überzeugt, dass das Bedingungslose Grundeinkommen machbar ist. Diese Finanzkrise zwingt jeden von uns, umzudenken und neue Wege zu gehen. Da die Idee uralt ist, gibt es auch eine weltweite Bewegung für diese Idee. Diese Idee wird von vielen Politikern bereits ernsthaft diskutiert. Und nichts ist weniger aufzuhalten, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Werde mich noch etwas stärker mit dieser Idee auseinandersetzen. Hab mir dazu zwei seiner Bücher gekauft, wobei ich das erste noch verschenken werde.



Einkommen für alle












Ein Grund für die Zukunft: das Grundeinkommen
Interviews und Reaktionen

Samstag, 25. Juli 2009

I Ging des Tages

Heute habe ich das I Ging nach meiner aktuellen Situation befragt und nachfolgendes Zeichen erhalten.

Fu: Die Wiederkehr,
Auf eine dunkle und düstere Zeit folgt immer das Licht, nun kannst du daher einer neuen Phase des Wiederauflebens entgegentreten. Dies ist der richtige Moment um wieder aufzuleben und einen neuen Weg einzuschlagen, ohne Eile. Es wird keine Hindernisse geben, die deinen Weg zum Erfolg behindern könnten.

Das klingt doch sehr zuversichtlich!

An diese dunklen Phasen sollte man sich doch gewöhnt haben, kommen und gehen sie im Leben eines Jeden. Aber weit gefehlt. Jedesmal stolpert man drüber, wäre es nicht so wären diese Phasen ja nicht dunkel. Währeind einer solchen Phase vergisst der Mensch leider all zu oft, daß es immer wieder aufwärts geht. Das Leben verläuft eben zyklisch, ein ewiges Auf und Ab und das gehört eben zum Reifen dazu. Kürzlich habe ich etwas Interessantes gehört. Die Tiere unterscheiden sich vom Menschen darin, daß sie wissen als was sie sterben. Kurz, als Affe geboren, als Affe gestorben. Bei unserer Geburt sind wir nur oberflächlich betrachtet ein Mensch. Wir müssen uns erst zum Menschen entwickeln und das ist ein nicht immer leichter Weg. Im Neuen Testament steht schon, "an den Früchten sollst du sie erkennen." Dabei geht es nicht darum, wieviel Reichtümer wir angehäuft haben, sondern was wir aus unseren materiellen und immateriellen Gütern gemacht haben. Wie wir mit unseren mitgebrachten Talenten umgegangen sind, wieviel wir zum Gemeinwohl beigetragen haben, ist das Einzige was zählt. Es geht nicht darum wieviel jemand verdient, sondern was er mit seinem vielen Geld macht. Das letzte Hemd hat keine Taschen! Du kommst nackt und gehst nackt. Wenn ein Manager Millionen an Abfindung erhält und damit nichts Sinnvolles anstellt, trägt es für seine persönliche Entwicklung keine Früchte.

Das Zaudern gehört also dazu und wenn man dann in einer solchen Phase so ein tolles I Ging Zeichen zieht, bringt es wieder Hoffnung. Ich weiß, es wird nicht über Nacht geschehen, aber der Weg führt ins Licht. Und das genügt mir für heute. Ups, die Sonne kommt raus und erhellt mein Wohnzimmer! Welch schöne Synchronizität! 3D Smileys

Samstag, 18. Juli 2009

Mein persönlicher Tag

Heute morgen bin ich aufgewacht wie immer, und doch ist das heute für mich ein besonderer Tag. Wieder habe ich ein Lebensjahr vollendet und die Glückwünsche trudeln ein.

Das vergangene Lebensjahr ist nicht immer so gelaufen wie ich es mir gewünscht habe, einiges hat sich für mich verbessert, vieles ist beim Alten geblieben und es tun sich neue Perspektiven auf. Ich wünsche mir für das kommende Lebensjahr, mehr positive Veränderungen, z.B. neue Wohnung, Erfolg bei meinem Qi Gong Coaching, neue Aufgaben im Job und daß ich leichter durch's Leben laufe.
Mal sehen was sich daraus entwickelt.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Himmel hoch jauchzend ....

... zu Tode betrübt!

Die vergangenen Tage waren hektisch, inspirierend, mit viel Freude aber auch mit Sorgen und Ängsten.
Ich habe mein erstes Gehalt mit der angekündigten Kürzung erhalten und ich mußte kräftig schlucken. Zwei Tage später kam meine Jahresabrechnung für Strom über deren Nachforderung ich schlicht geschockt war. Das kann nicht mehr normal sein. Aber der Stromanbieter unterstützt seine Kunden ja nicht, obwohl es offensichtlich ist, daß das nicht stimmen kann. Na ja, die angebotenen Alternativen versprechen mir nicht das was ich will - einen neuen Stromzähler. Aber eine Alternative gibt es noch, die prüfe ich gerade noch.
Am Dienstag war ich im tibetisch-buddhistischen Zentrum, das ich dabei unterstütze etwas zu wachsen. Es gibt jede Menge Ideen. Danach ging es zu meiner vorletzten Qi Gong Stunde. Dieses Mal hatte ich 8 Schüler. Eine davon sprang mir vor Wiedersehensfreude um den Hals und drückte mich ganz doll. Welch eine Freude! Es gab aber auch neue Gesichter, was mich freute. Am Ende dann gutes Feedback, eines von einer Frau, die ebenfalls als Couch tätig ist. Wir kamen ins Gespräch und dabei konnte sie mir einen Tipp für einen Unterrichtsraum geben. Es wäre herrlich, wenn das klappt! Muß mir den Raum dringend mal angucken.
Gestern und heute jede Menge Termine mit durchaus positiver Energie. Und doch mein Herz wurde schwer, als ich heute meinen Kontostand angeschaut hatte. Dieser Monat hat definitv ein negatives Ende. Gott sei Dank, kommt nochmal Geld auf mein Konto, dann ist es nicht mehr ganz so hart.
Mein Geburtstag wird wohl mal wieder dünn ausfallen. *Selbstmitleid macht sich breit*

Werde mir morgen in meinen Hintern treten und weiter gehen und mir nicht bange machen lassen.

Aus der Ferne höre ich gerade aus dem Fernsehen Monty Python's

Life's a piece of shit,
When you look at it.
Life's a laugh and death's a joke it's true.
You'll see it's all a show.
Keep 'em laughing as you go.
Just remember that the last laugh is on you.
And...

Always look on the bright side of life.

Always look on the right side of life

... was für ein "Zufall" !

Sonntag, 5. Juli 2009

Ohne Worte ...



JENSEITS VON RICHTIG UND
FALSCH LIEGT EIN GARTEN.
DA WERDE ICH DIR BEGEGNEN.


RUMI


Heute ohne Worte, schaut hier ....

Freitag, 26. Juni 2009

Wundersame "Synchronizität"

Gestern wurde der Tod von Charlie's Engel Farah Fawcett bekannt. Kurz vor Mitternacht dann die Meldung von Michael Jachsons Tod. Ist das nicht eine seltsame Synchronizität?

Michael Jackson war ein begnadeter Musiker, der wie kaum ein anderer die moderne Musik beeinflusste. Fahra Fawcett war zu ihrer Zeit eine Stilikone wie nur sehr wenige. Beide waren herausragende Persönlichkeiten.

Zugegeben, Michael Jackson, war eine etwas zwiespältige Person. Er mystifizierte seine eigen Person, lebte einerseits sehr zurückgezogen, anderseits spielte er mit den Medien. Ich bin davon überzeugt, dass keiner jemals erfahren wird, wie Michael Jackson wirklich lebte, wie er wirklich war, geschweige wie es in ihm aussah. Wir können es nur erahnen.
Ich bin über den Tod der beiden schon traurig, begleiteten sie mich doch ein gutes Stück meines Lebens. Fahrah Fawcett als Charlies Engel war in meiner Jugend ein Idol.- ich wollte meine Haare immer wie sie, hab ich jedoch nie geschafft - Michael Jackson begeisterte mich zuerst mit Jackson 5, und später mit "Bad" und "Thriller". Seine Musik höre ich immer wieder gern. Hätte zu gern sein Revival miterlebt, doch es hat nicht sollen sein. Seine Zeit ist abgelaufen und die Welt ist um zwei Persönlichkeiten ärmer.

Der Tod bedeutet die Tilgung jeglichen Schmerzes,
und er ist die Grenze,
über die unsere Leiden nicht hinausgelangen;
er gibt uns wieder jenen Zustand der Ruhe zurück,
dem wir vor unserer Geburt angehörten.
(Seneca)

Dienstag, 23. Juni 2009

Im Zentrum des Zyklon

Heute mußte ich mir anhören, daß mir wohl die schlechte Lage in der Firma und die Gehaltskürzungen gut tun würden, so locker wie ich sei. Und ich staunte nicht schlecht über diese Aussage.

Heute abend am Ende meines Qi Gong Unterrichts - ich mache dann immer eine Meditation - kam mir wieder dieser Spruch meines Teamleiters in den Sinn. Und tatsächlich, ich bin innerlich ruhiger denn je. Die Situation sieht alles andere als rosig aus. Die Lasten wurden mal wieder nicht gerecht verteilt, Unternehmenswerte, die letztes Jahr noch hoch gehalten und allen Mitarbeitern ans Herz gelegt wurden, werden heute mit Füßen getreten. Es werden Fakten beschönigt und je nach dem wie man es braucht, eingefärbt. Rundherum spüre ich, daß viele Menschen resigniert haben. Einige glauben den lauten Parolen oder sie reden sich die Parolen mantraähnlich ein, wie Kinder, die pfeifen, wenn sie in den dunklen Keller müssen, um ja nicht zu verzweifeln. Mit der Gehaltskürzung ist mein finanzieller Spielraum komplett erschöpft. Jetzt darf nichts mehr dazwischen kommen, außer ein unerwarteter warmer Geldsegen.

Seit ich mit dem Betriebsrat zusammenarbeite, sehe ich erst wie marode unsere Strukturen sind. Und ich meine das nicht spezifisch auf unsere Firma, vielmehr generell jene in unserer Gesellschaft. Wer ist heute noch bereit, sich für seine eigenen und die Interessen seiner Kollegen einzusetzen? Und wenn ja, wie weit ist er bereit zu gehen? Es ist unbestritten, wer sich heute für den Betriebsrat engagiert, muß mit seiner Karriere abgeschlossen haben. Wie vor 100 Jahren herrscht auch heute noch der Klassenkampf über alle Schichten, lediglich die Mittel sind feiner und subtiler geworden. Die meisten sind auf ihren Vorteil bedacht. Und das wiegt bei jenen in der Unternehmensleitung um so schwerer, da sie die Macht und alle Möglichkeiten haben. Gerade sie hätten die Wahl, anders zu agieren.

Das Management in unserer Firma kann in der Vergangenheit wenig Positives vorweisen. Schnelle Erfolge ohne jegliche Nachhaltigkeit. Heute altbackene Lösungsversuche. Der Masse wird der Geldhahn etwas zugedreht. Als Feigenblatt nimmt man sich selbst nicht ganz aus, aber ja nicht zu viel. Wohlwissend, daß man die bislang "verdienten" Millionen in diesem Leben nicht mehr ausgeben kann. Innovationen im Management nirgendwo in Sicht.

Meiner Meinung nach können wir nur gemeinsam diese Krise bewältigen. Und vielleicht rührt meine tiefe Ruhe daher, daß ich in dieser schweren Krise unsere und somit auch meine größte Chance zur Weiterentwicklung sehe. Ich bleibe zuversichtlich und hoffe, daß sich viele aufraffen werden und die Kraft finden, sich zu organisieren und somit allen Betriebsräten alle Unterstützung und Mut mitgeben, um weiterzumachen.

Den Konzernmanagern dieser Welt wünsche ich die Einsicht, daß ihr eigener Erfolg nur mit ihren Mitarbeitern möglich ist, sobald sie diese nicht länger als Humankapital behandeln.

Und ich sitze inmitten des Zyklon und staune über meine Ruhe und meine stille Trauer über die vergangenen guten Jahre. In mir steigt kaum Wut auf, und wenn sie dann mal hochkommt, ebbt sie rasch wieder ab. Es ist eine Zuversicht da, leise und vorsichtig und stilles Staunen.

Samstag, 30. Mai 2009

WAS SOLL DAS NUN SCHON WIEDER?

Gestern schon hat mein Auto das Signal gegeben, daß Kühlflüssigkeit fehlt. Große Verwunderung, dachte an einen Fehler am Sensor. Heute morgen als ich in Richtung Bäcker fuhr wieder, dieses Mal penetranter. Macht einen ganz schön nervös, wenn die Meldung dauerhaft aufleuchtet.

Auf dem Weg zum Bäcker ist eine Werkstatt. Also kurzerhand Blinker gesetzt und zur Werkstatt abgebogen. Freundlich wurde ich empfangen und man sorgte dafür, daß man gleich danach schaute. Als ich dann noch von meinem Ex-Chef begrüßt wurde, ahnte ich es schon, ein Zeichen des Himmels, daß es länger dauern könnte. Wir plauderten eine Weile bis mir nach etwa 15 Min. freundlich mitgeteilt wurde, dass der Schlauch von nem Marder angebissen wurde. Würde also länger dauern und es könnte sein, daß die Versicherung den Schaden nicht übernimmt. Hilft alles nix, also Auftrag zur Reparatur gegeben.

Mein Ex-Chef und ich setzen uns in die Sitzecke und nahmen einen Kaffee. Wir plauderten so eine Weile über vergangene Zeiten und über die aktuelle Situation in meiner Firma. Und wir waren uns einig, daß es noch grße Veränderungen geben wird.

Eine Stunde später erfuhr ich dann, dass der Marderschaden zwar behoben, aber der Motor seltsame Geräusche machen würde. Das könne noch länger dauern. Kurze Zeit später, kam die Nachricht, mit dem Auto könne ich keinen Meter mehr fahren. Das wäre jedoch Garantie, irgendwas sei locker, sie würden aber auf die Schnelle nichts finden. Ich bekäme ein Ersatzauto. Ungläubig hab ich mir das Motorgeräusch angehört und bin zu Tode erschrocken. Hörte sich an wie ein Rasenmäher kurz vor dem Kollaps. Ok, evtl. haben sie bei der Reparatur was verschrammt. Habe mich dann für das Ersatzauto entschieden.

Das Auto ist älter, *ok hat 4 Räder und bringt mich von A nach B* gut eingefahren, keine Freisprechanlage, mieses Radio und einen üblen Mief dafür Schiebdach. Es ist Pfingsten, der heilige Geist soll jeden erfassen, doch WAS in Gottes Namen soll das nun wieder? Fast 2 Stunden in der Werkstatt rumgesessen, danach noch zum Bäcker, kurz vor Torschluß das letzte Brot ergattert und wieder heim zu einem mittlerweile sehr sehr späten Frühstück. Der Tag war irgendwie gelaufen, meine innere Schweinehündin Betty kam schwanzwedelnd auf mich zu und erklärte mir, ich bräuchte ein bisschen Ruhe zur Beruhigung. Mein ganzer Samstagsplan war hin.

Toll, es ist Pfingsten und ich wollte einiges unternehmen, doch mit dem Auto verspüre ich keine grosse Lust mehr dazu. Was soll mir das sagen?

Hier gibts kostenlose Smilies

Dienstag, 26. Mai 2009

und plötzlich ist da ...

... was, das ich nicht beschreiben kann und sich wie Katerstimmung anfühlt.

Seit gestern hab ich das Gefühl, das mir mein Leben zwischen den Fingern zerrinnt ohne richtig gelebt und etwas wichtiges verpasst zu haben. Ich kann keinen Anlass ausmachen. Ich bin tief in mir traurig. Montagsdepression? Doch heute hält das Gefühl nachhaltig an.

Wann hat es denn begonnen? .... Eigentlich begann es schon am Sonntag beim Lesen der Nachrichten. Mir fehlen Freuden im Leben, die ich doch auch habe, mir aber nicht mehr zu genügen scheinen. Ich spüre momentan eine innere Leere, die ich scheinbar mit nichts ausfüllen kann.

Das Wetter gibt mir heute noch den Rest und verstärkt das Gefühl. Na, klasse!

Hallo Universum, schenk mir ein Wunder, damit dieses Gefühl sich für immer in Nichts auflöst!

Donnerstag, 21. Mai 2009

Brief an einen unbekannten Vater

Heute ist Vatertag und seit langer langer Zeit denke ich wieder an dich, meinem unbekannten Vater.

Ich frage mich, ob es dich noch gibt und ob - wo deine Tage gezählt sein werden - ich dir auch in den Sinn komme. Du hast nie nach mir gefragt oder dich um mich gekümmert. Du hast all meine persönlichen Meilensteine verpasst.

Gerne hätte ich dich kennengelernt und erfahren, welcher Teil in mir von dir stammt. Wie ich hörte hast du wie ich gerne gut gegessen und man sah es dir auch ein wenig an. Ich habe nie einen Held aus dir gemacht, dazu warst du mir immer zu weit fort. Vielmehr war ich auf dich wütend bis hasserfüllt und es gab Momente, in denen ich dir die Krätze an den Hals gewünscht habe. Du hast es dir einfach gemacht, bist weitergezogen und hast uns im Stich gelassen. Es gab Zeiten, da hätten wir dringend Hilfe gebraucht, doch die hast du uns versagt. Überheblich, arrogant und mit einer Angst, dein Ruf könnte Schaden nehmen. Mein Gott wie erbärmlich!

Heute bin ich abgeklärter, denn ich weiss mit dir in meiner Nähe, wäre ich nicht zu der Frau geworden, die ich heute bin. Stark, leidenschaftlich und optimistisch. Alles, was ich erreicht habe, habe ich allein geschafft. Ausser einem kleinem Spermium kein weiterer Verdienst.

Und doch kehren meine Gedanken heute nach langer Zeit wieder zu dir zurück und ich frage mich warum. Ich lasse dich hiermit in Frieden ziehen, damit auch ich für die nächsten Jahre weiter Frieden haben kann.

Deine unbekannte Tochter

Dienstag, 19. Mai 2009

Aus den Fugen ...

... ich will nicht jammern, doch ich habe momentan das Gefühl, die Welt gerät zunehmend aus den Fugen. Meine Welt zumindest!

Die Finanzkrise hat sich zur Systemkrise gewandelt. Und immer noch versuchen die Politiker und die Manager an den Schaltstellen am System festzuhalten. Wenn nur genug Geld vom Staat reingebuttert wird. Doch der Staat sind wir! Die Manager, die für gute Arbeit kein gutes Geld mehr zahlen wollen und können. Wo sollen denn die Steuergelder herkommen?

In meiner bescheidenen Welt, gerät die Stimmung immer mehr an den Tiefpunkt. Noch fühle ich mich an meinem Arbeitsplatz sicher. Doch die Sparmassnahmen nehmen mittlerweile skurile Formen an, während Mitarbeiter und Führungskräfte über Sinn und Unsinn von Einsparungen diskutieren anstatt anzupacken. Alles lahmt, nichts geht vorwärts und von der Unternehmensleitung kommt nichts positives. Wo sind die ach so laut propagierten Unternehmenswerte? Ich bekomme mit, wie bei vielen Kollegen diese Krise zur Existenzfrage wird. Da kann es einem schon sehr mulmig werden.

Als ich heute heim kam war ich fix und fertig, keine Energie mehr. Mußte erst mal raus, eine Runde laufen. Und das tat so richtig gut. Licht, Sonne, Felder und Wiesen gaben mir einen richtigen Energieschub. Als ich heimkam, hat Mütterlein für uns gekocht. Nun sitze ich zufrieden am Rechner und lasse den Tag Revue passieren. Zeit, zur Ruhe zu kommen .....

Sonntag, 10. Mai 2009

Darf ich vorstellen, ....


... Betty, meine innere Schweinehündin.


Habe ein neues Hörbuch erstanden, das ich gerade mit grösstem Vergnügen lese. Es ist von Marco von Münchhausen und heisst


"Gut und richtig leben mit dem inneren Schweinehund: Das Wertebrevier für den Alltag"

Betty ist meine dunkle Seite, die meine guten Vorsätze und Pläne durchkreuzt und mit der ich leben muß. Sie war schon immer da, nahezu unbemerkt und trotzdem mischt sie mächtig in meinem Leben mit. Und sie lässt sich nicht so einfach kündigen, denn so ein innerer Schweinehund bleibt einem für's Leben. Keine Sorge, jeder hat so eine(n) niedliche(n) unsichtbare(n) BegleiterIn.

Das Buch handelt von den Tugenden und den Untugenden, die heute gewollt, angestrebt und zum Teil auch gelebt werden. Die meisten Tugenden sind wieder modern geworden. Jedes Unternehmen hat sogar seine Unternehmenswerte, mit denen sie ihre Mitarbeiter auf Kurs bringen wollen. Doch das ist in einem Unternehmen so eine Sache. Wenn Werte von aussen an einen herangetragen werden, wirken sie nicht selten moralisierend. Andererseits sollen sie das Image und die Grundhaltung eines Unternehmens prägen. Leider werden solche Werte nur halbherzig vermittelt. Da bereitet die Geschäftsleitung Folien vor mit Werten wie Begeisterung, Leidenschaft, Disziplin, Integrität etc. und lässt diese von den Führungskräften den Mitarbeitern vorstellen. Doch eine Diskussion findet selten statt und ein Handlungs-Leitfaden fehlt. Was verstehen denn die "Erfinder" der Unternehmenswerte denn ganz konkret selbst unter diesen Werten? Wenn man etwas Glück hat, finden sich blumige, nebulöse Aussagen.

Betrachtet man dann die Entscheidungen und Handlungen des Topmanagements im Lichte seiner selbst definierten Werten, kommt man schnell ins Grübeln. Denn deren Handlungen lassen exakt diese Werte vermissen. Hat ihnen den niemand gesagt, dass die geäusserten Werte auch konsequent gelebt werden müssen, um glaubwürdig zu bleiben? Werte werden schnell über Bord geworfen, wenn sie anstrengend und unbequem werden.

Doch ich schweife ab. Es geht ja hier um meine innere Schweinehündin und ich muß zuerst bei mir selbst anfangen, um überhaupt etwas verändern zu können. Und da gilt es, sich an den Kant'schen kategorischen Imperativ zu halten:

"Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."

Montag, 4. Mai 2009

Wagnis und Aufbruch

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.


sagte bereits Seneca vor unendlicher Zeit und ich frage mich, warum es uns immer wieder schwerfällt etwas Neues zu wagen. Was haben wir zu verlieren?

Für mein seit langem geplanten Projekt eines taoistischen Zentrums kann ich nur sagen, daß ich mich einerseits nicht gut genug fühle, andererseits fehlen mir die Geldmittel, um an dieses Wagnis heranzugehen. Wenn es schief gehen sollte, dann sollte der Verlust mich nicht in die Schuldenfalle treiben. Momentan sehe ich nur einen großen Berg mit einem Dschungel vor mir und ein Bergführer nirgendwo in Sicht.

Momentan schlage ich beruflich einen neuen Weg ein und ich spüre, daß es neue Energie mit sich bringt. Ein Hauch von Aufbruch. Dabei betrete ich Neuland, muß mich neu einfinden. Gleichzeitig ist das Risiko überschaubar, denn ich kann jederzeit wieder zurück. Das gibt mir Vertrauen.

Ist es das, was die Leute scheuen, die Angst vor dem Versagen, dem Scheitern? Oder scheuen sie den Aufwand, den es mit sich bringt, etwas Neues anzufangen. Das Lernen von neuen Dingen. Die ausgetretenen Pfaden sind einfacher zu gehen, es ist ja alles so vertraut und bequem. Heissen die beiden Hemmfaktoren Angst und Bequemlichkeit?

Man sagt, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Doch die Kraft zu finden, den inneren Impuls für etwas Neues in Gang zu setzen ist schon groß. Ist aber einmal die Entscheidung getroffen, dann läuft die Sache in einer eigenen Dynamik. Das ist spannend und bringt einen wieder ins Leben zurück.

Ich habe die Hoffnung für die Umsetzung meiner privaten Vision noch nicht aufgegeben. Wie sagte Laotse so treffend?
"Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit
einem ersten Schritt"

Sonntag, 3. Mai 2009

Endlich ein bisschen zur Ruhe gekommen ...

.... pünktlich zum 1. Mai kam meine Nebenkostenabrechnung und leider mußte ich mich wieder ärgern. Die Kosten für einen Hauswart, der seinen Job nicht ordentlich macht, möchte ich ungern bezahlen. Und die Nachforderung übersteigt meinen finanziellen Spielraum. Also kurzerhand schriftlichen Kontakt mit der Hausverwaltung aufgenommen. Werde mal sehen was dabei rauskommt.

Und ich habe das tolle Wetter am Wochenende genossen und bin mal wieder in den Hohenheimer Park zum flanieren. Endlich wieder Frühling und alles Leben bricht hervor zu einer neuen Runde.

Die Temperaturen waren einmalig und im Park waren jede Menge Leute mit ihren Kindern. Erstkommunion war diesen Sonntag ja auch. Die Mädchen in ihren wunderschönen weißen Kleidern liefen ganz stolz herum. Und ich erinnerte mich plötzlich an meine Erstkommunion. Meine ersten Lackschuhe und mein weißes Kleid und der weiße Haarkranz. Oh war ich damals stolz. Ich bekam meine erste Armbanduhr und ich war so stolz darauf.

Die Sicht auf das Lavendel-Labyrinth lässt hier grüßen.

Wer einmal sich die Zeit genommen hat, dort durchzugehen stellt fest, daß der Weg über viele Umwege immer zur Mitte geht und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Am See Quakte es lautstark. Und wie man sieht, die Frösche haben für Nachkommen gesorgt. Zu hunderten tummeln sich die Kaulquappen im See. Kinder schauten ihnen fasziniert zu. Die großen Kröten aalten sich inmitten im See und sie liessen sich die Sonne auf den Rücken brennen.


Und am anderen Ende vom See waren die Enten mit ihrem Nachwuchs unterwegs. Gut versteckt im Schilf.
Überall Idylle und friedliches Miteinander. Die Sonne strahlte warm und verstärkte die friedliche Stimmung noch.
Und ich gab mich einfach diesem Frieden hin und bei einer kleinen Meditation auf einer der Parkbänke hatte ich sie wieder - meine innere Mitte. Ich hoffe nur ich kann sie über die kommende hektische Zeit bei mir halten.